4. TecDay: „Konzepte für Fahrerassistenzsysteme der 2. Generation“

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4. TecDay: „Konzepte für FAS der 2. Generation“

Dornach, 20. April 2008. Am 16. April 2008 fand der 4. TecDay der FTronik GmbH in Aschaffenburg im Rahmen der SafetyExpo statt. Entsprechend dem Titel „Entwicklung von Fahrerassistenz­systemen mit Hilfe von Fahrsimulatoren“ konnten sich die 67 Teilnehmer aus der Fahrzeug- und Zulieferindustrie, von Entwicklungs­dienstleistern, von Hochschulen und Forschungseinrichtungen austauschen. Unter der wissenschaftlichen Leitung des Fachbereites, bestehend aus Vertretern der Automobil- und Zulieferindustrie sowie aus Wissenschaftlern von Hochschulen, wurde ein abwechslungsreiches und informatives Programm zum Thema Fahrerassistenz geboten, welches über die Entwicklung von Fahrer­assistenz­systemen und deren Komponenten sowie zukünftige Strategien zur Vernetzung verschiedener Systeme informierte. Der 4. TecDay legte den Fokus auf Fahrerassistenzsysteme der 2. Generation, welche Zusatzfunktionen aufgrund von Sensorfusion beinhalten sowie eine Funktionsintegration im Steuergerät und in der Mensch-Maschine-Schnittstelle realisieren, wodurch sich eine bessere Koordination der Sensorinformation, weniger Steuergeräte, eine einfachere Bedienung und eindeutigere Rückmeldung an den Fahrer umsetzen lassen.

Zu Beginn des 4. TecDay stellte Prof. Vollrath von der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig im Plenarvortrag die Frage „Mehr Sicherheit, aber weniger Komfort – ein Dilemma für Fahrerassistenzsysteme?“, wobei er mithilfe von Statistiken und Fahrsimulatorstudien das Sicherheitspotenzial zukünftiger Fahrerassistenzsysteme aufzeigte, jedoch auch das Akzeptanzproblem aufgrund von mangelndem Komfort aufzeigte. So kam er zu dem Fazit, dass eine übersichtliche, einfache und intuitive Mensch-Maschine-Schnittstelle die Akzeptanz von Fahrerassistenzsystemen durch den Fahrer und somit auch die Häufigkeit deren Einsatzes begünstigt. Eine Alternative zu unkomfortablen Fahrerassistenzsystemen stellt schließlich die Automatisierung des Fahrens dar. Aufbauend auf diesen einleitenden Gedanken folgten Vorträge und Posterpräsentationen, in denen zunächst die Funktionsentwicklung im Vordergrund stand. Die Entwicklungen von Systemen zur Fahrerassistenz bei der Querführung und der Kollisionsvermeidung bis hin zu autonomen Fahrzeugen wurden präsentiert sowie die Notwendigkeit einer frühzeitigen Einbeziehung des Fahrers in den Entwicklungsprozess verdeutlicht. So stellte beispielsweise Prof. Isermann, Bild, von der Technischen Universität Darmstadt das Antikollisionssystem PRORETA vor, ein elektronisches Fahrerassistenzsystem für ein unfallfreies Fahren. Als Reaktion auf die drohenden, vom Fahrzeug mithilfe von modernster Umfeldsensorik selbsttätig erkannten Gefahren in Form von stehenden oder einscherenden Hindernissen und das Ausbleiben eines Fahrereingriffes wird eine autonome Notbremsung oder ein autonomes Notausweichen eingeleitet. Von den beeindruckenden Ergebnissen des Projektes PRORETA konnte sich das Auditorium anhand der erfolgreichen Erprobung des Fahrerassistenzsystems mit einem Prototypen-Fahrzeug überzeugen.

4. TecDay: „Konzepte für Fahrerassistenzsysteme der 2. Generation“
Prof. Isermann, TU Darmstadt, bei der Präsentation des Projektes „PRORETA“.

Neben Prototypen-Fahrzeugen stellt der Fahrsimulator (Aykent, Meroth, Christen) ein weiteres effizientes Entwicklungs- und Erprobungswerkzeug dar, welches unter anderem hinsichtlich der Versuchskosten und Reproduzierbarkeit der Versuchsszenarien beträchtliche Vorteile gegenüber Testfahrten während des Entwicklungsprozesses bietet. Hierzu wurden neue Fahrsimulatorkonzepte (de Molina) für eine Verbesserung der Fahrerakzeptanz sowie für bessere Übertragbarkeit der gewonnenen Ergebnisse vorgestellt. Auch neue Konzepte zu innovativen Mensch-Maschine-Schnittstellen (Mertsching, Wanielik, Henning) wurden diskutiert, wobei das Ziel einer übersichtlicheren, eindeutigen und vor allem intuitiven Kommunikation zwischen Fahrer und System herausgearbeitet wurde. Schließlich wurden auch – inspiriert durch das wachsende Umweltbewusstsein – die ökologischen Aspekte von Fahrerassistenzsystemen beleuchtet, insbesondere die Möglichkeiten einer Verbrauchsreduktion mithilfe von Fahrerassistenzsystemen, wie der Geschwindigkeitsregler (de Molina) und das aktive Gaspedal (vgl. Lange).

Herr Dipl.-Ing. Thomas Nierobisch von der Technischen Universität Dortmund wurde für seine Posterpräsentation zum Thema „Entwicklung kamerabasierter Funktionalitäten in der virtuellen Realität“, in der er Methoden aus der bildbasierten Steuerung und Regelung mobiler Roboter auf die Nickwinkelschätzung zur Nutzung für Fahrerassistenzsysteme übertrug, als beste Poster-Präsentation ausgezeichnet.

Neben den Vorträgen und Posterpräsentationen stellte eine Vielzahl von Ausstellern Ihre Produkte und Forschungsarbeiten im Rahmen der SafetyWeek vor. So konnten die Teilnehmer unter anderem in einem Fahrsimulator (M-Reihe) der FTronik GmbH die Wirkweise der Fahrerassistenzsysteme in einer begleiteten Probefahrt selbst erfahren und eine Vielzahl von integrierten Fahrerassistenz­systemen testen, Bild. Auf dem Vorplatz der Stadthalle Aschaffenburg führte der autonome Fahrroboter der Firmen Ibeo Automobile Sensor GmbH und Sick AG (Kibbel), mit dem das Team-Lux an der DARPA Urban Challenge 2007 teilnahm, selbständige Fahr- und Wendemanöver durch. Ein weiteres Highlight war die Präsentation des Rinspeed sQuba, dem ersten Auto der Welt, das fährt, schwimmt und taucht, Bild. Dieses elektrisch angetriebene Konzeptfahrzeug fährt autonom und ist unter anderem in der Lage, Fußgänger und andere Hindernisse zu erkennen und Kollisionen zu vermeiden.

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Herr Kibbel, IBEO Automobile Sensor GmbH, bei der Präsentation des Rinspeed sQuba.   Frau Hirsch, TU Dortmund, bei der Probefahrt am Fahrsimulator der FTronik GmbH

Wenn Sie weitere Fragen haben oder Bildmaterial benötigen, können Sie sich gerne an uns wenden: Frau Jennifer Mees, .

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